Seeliteratur

VERGANGENHEIT ALS SPRUNGBRETT. NICHT ALS SOFA

Die Wolfgangseeregion blickt auf eine interessante literarische Vergangenheit zurück. »Wolfgangsee Literatur« ist der Name, der für literarischen Aktivitäten rund um den Wolfgangsee steht und den Wunsch erfüllt, die Kraft der Literatur den Menschen nahe zu bringen.

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Seit jeher hat und hatte diese Region eine besondere Anziehungskraft auf Kunst- und Kulturschaffende. Literaten, wie Leo Perutz, Alexander Lernet-Holenia und Hilde Spiel, die am Wolfgangsee Gefallen fanden und ihn als "Kreativ-Refugium" auserkoren hatten, werden seit 1997 verstärkt in den Kreis der aktiven Wahrnehmung unserer Gesellschaft zurückgeführt. Der zu Beginn vor 20 Jahren formulierte Wunsch, mit diesem Projekt die folgenden Ziele zu erreichen, ist großteils in Erfüllung gegangen:

  • Wahrung des in der Region entstandenen künstlerischen Erbes für künftige Generationen.
  • Verankerung der hier heimisch gewordenen bekannten Literaten und deren Werke im Bewusstsein der heimischen Bevölkerung, bei allen kulturinteressierten Menschen und auch den Gästen des Wolfgangsees.
  • Wiederbelebung der literarischen Tradition der Wolfgangseeregion.
  • Erweiterung des Angebotsspektrums der Gegend durch niveauvolle literarische Aktivitäten.

GINGEN WIR, WIR KEHRTEN WIEDER,
DA ZERRANN DER LETZTE SCHNEE,
UND NUN DUFTET SCHON DER FLIEDER,
BLÜHT AUCH BALD JASMIN AM SEE.

WAS VERFLIESST, IST SCHON VERFLOSSEN,
DOCH ES FOLGEN WUNDERBAR
IMMER WIEDER SCHNEE UND ROSEN
AUF EINANDER JAHR UM JAHR.

Mit diesem Gedicht hat Alexander Lernet-Holenia eine Stimmung eingefangen, die Gäste, Einheimische und Freunde des Wolfgangsees gleichermaßen erfreut.

Für Alexander Lernet-Holenia und seine Schriftstellerfreunde Hilde Spiel und Leo Perutz war St. Wolfgang zweite Heimat und Kreativ-Refugium zugleich. Lernet-Holenia und  Hilde Spiel lebten hier

Literatenpark in St. Wolfgang am Wolfgangsee

in eigenen Landvillen. Leo Perutz war über viele Jahre Stammgast im sommerlichen St. Wolfgang – nur unterbrochen durch die Zeit im israelischen Exil. An seinem Roman »Nachts unter der steinernen Brücke« hat Leo Perutz hier intensiv gearbeitet. Hilde Spiels »Verwirrung am Wolfgangsee« und  »Der Baumfrevel« ist durch die Gegend stark beeinflusst. In den Fünfzigern war Hilde Spiels Sommerhaus – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Lernet-Holenia gelegen – geistiger Mittelpunkt und »Literarischer Salon«: Heimito von Doderer, Thomas Bernhard, Friedrich Torberg und viele andere Künstler und Gäste versammelten sich hier und erfreuten sich am Wolfgangsee.

LITERATENPARK AM WOLFGANGSEE - EIN VISIONÄRER STANDPUNKT

Im Areal des »Ferienhorts am Wolfgangsee« im Ortsteil Ried, einer ehemaligen k.u.k. Marineschule und heutigem Ferienheim, besteht seit nunmehr 20 Jahren die »Heimstätte« der mit der Wolfgangsee Region besonders verbundenen Dichter – Alexander Lernet-Holenia, Leo Perutz und Hilde Spiel. Im Halbrund gestaltet und harmonisch in die Uferböschung eingefügt, beherbergt diese einzigartige »Lesearena« drei Denkmäler der oben erwähnten Dichter.

Für die Gestaltung der Parkanlage konnte der Künstler Prof. Josef Symon gewonnen werden, der auch die Entwürfe und die ausführenden Arbeiten der Denkmäler in künstlerisch hochwertiger Weise geleistet hat.

Das Auditorium im »Literatenpark am Wolfgangsee«, in dem Lesungen
und Vorträge stattfinden und manchmal auch die heilige Messe zelebriert wird, bietet Platz für bis zu 100 Personen. Ein Spazierweg verbindet die Denkmäler der einzelnen Dichter. Für Gäste und Besucher eignet sich die Anlage als interessanter Zielpunkt einer Kulturwanderung entlang des Wolfgangsees.

Lernet Denkmal in St. Wolfgang am Wolfgangsee

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